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Actuel

Nachlese: 2-Tagesausflug in faszinierende Gärten zwischen dem Emmental und dem Bielersee, 26. / 27. Juni 2026

Trotz extrem heissen Temperaturen trafen sich 16  Gartenbegeisterte am Bahnhof Bern.

Als erstes besuchten wir den Bauerngarten Flückiger in Utzigen, ca. eine halbe Stunde von Bern entfernt und idyllisch am Hang gelegen. Sandra Flückiger erzählte uns erst von der Tradition der Emmentaler Bauerngärten, von denen es immer weniger gibt. Obwohl das Haus die Jahreszahl 1885 schmückt, entstand ihr Garten erst vor 15 Jahren nach alten Vorbildern. Die üblichen Buchseinfassungen wurden vor 7 Jahren durch Zwergeiben ersetzt, was sich sehr gut bewährt. Zierpflanzen und Gemüse wechseln sich ab. Sie legt Wert auf alte Sorten, die sie alle selber zieht und z.T. auch für Specie Rara vermehrt. Trotz Hagelschaden anfangs Monat präsentierte sich der Garten wundervoll. Dann gab es auch noch einen kurzen Spaziergang um den Hof mit Andreas Flückiger, der uns seine Naturwiesen und Hecken zeigte, wo u.a. auch der Neuntöter (Rotrückenwürger) brütet, und den kleinen Weiher, wo der „Glöcklifrosch“ (Geburtshelferkröte) sein Lied singt.

Im Schatten genossen wir dann neben den Sandwichs den Süssmost des Hofes und selbstgemachte Käse-Bretzeli.

Am Nachmittag besuchten wir den Schaugarten von Gartenwerke in Eriswil. Im Schatten einer grossen Linde erzählte uns Stephan Aeschlimann Yelin wie sich der Garten über die Jahre entwickelt und verändert hat, wobei die Klimaveränderung immer deutlicher zu spüren ist. Die zunehmenden Sommerhitze und Trockenheit ist auch ein grosses Thema im Planungsbüro, welches zusammen mit Ursula Yelin geführt wird. Bei der Planung von Gärten und Anlagen sind der nachhaltige Umgang mit Boden, Wasserrückhalt und eine angepasste Pflanzenauswahl zentrale Themen. Das neu angelegt „Pflanzenlabor“ geht verschiedenen Fragen auf die Spur. Wie legen wir z.B. nachhaltige und dauerhafte Pflanzengesellschaften an, wo vielleicht Stauden wie Schachtelhalm eine tragende Rolle spielen werden, oder wie mit mehrschichtigen Nutzgärten Lebensmittel auf kleinem Raum kultiviert werden können. Dabei steht immer die Frage im Focus was ist eigentlich «Natur», und welche Rolle nimmt der Mensch in diesen Prozessen ein.     

Dann unternahmen wir einen Rundgang durch den Schaugarten, wo neben vielen einheimischen Pflanzen auch viele Pflanzen von Reisen wachsen – vor allem Südafrika ist präsent. Zum Glück für uns „Gartenfreeks“ gab es auch noch Pflanzen zu kaufen.

Für das Abendessen und die Übernachtung ging es dann nach Studen nahe des Bielersees.

Am nächsten Tag fuhren wir nach einem gemütlichen Start nach Sutz am rechten Bielerseeufer zum Privatgarten „of summer snow“ von Peter Althaus. Wir kamen in ein richtiges Paradies, schattig und direkt am See gelegen. Was für eine Wohltat bei diesen Temperaturen!

In der Einführung erzählte uns Peter Althaus, dass das Grundstück direkt am See eigentlich nicht ideal ist, da vielfach feucht und lehmig. Dennoch schaffte der begeisterte Pflanzensammler seit rund 40 Jahren einen Garten anzulegen mit einer riesigen Artenvielfalt. Rund 100 Bäume hat er gepflanzt - mittlerweile z.T. bis 30 Meter hoch. Vor allem Bambusse haben es ihm angetan, daneben Hortensien, Hostas und Lilien. In 2 Gruppen führte er uns auf den kleinen verschlungenen Wegen durch sein Reich, auch an einem Weiher vorbei mit riesigen Stören – ein weiteres Hobby von ihm - und dann noch in den oberen neueren Teil mit einem kleinen Arboretum mit seltenen Pflanzen aus aller Welt. Der Name „of summer snow“ stammt übrigens von einer hellen Bambusart ab, die dem Besitzer besonders gut gefällt.

Bei einem Aperitif hatten wir dann auch noch genügend Zeit, die Idylle am See zu geniessen, bevor es zum letzten Garten nach Leubringen/Évilard ob dem Bielersee ging.

Der Garten Felsenburg ist wohl einzigartig in seiner Art, - nicht in der Pflanzenauswahl oder Vielfalt, schlicht in seiner Lage an diesem steilen Abhang. Die Jugendstilvilla wurde 1903 erbaut, ging durch verschiedene Hände, war unter anderem auch lange Zeit ein Altersheim bis es von Christine Lara und Konrad Burri 2013 übernommen wurde. Aufwändig und nicht einfach war die Renovation der Anlage wie uns Konrad Burri erzählte. Danach führte er uns auf engen Wegen, steilen „Faux-Bois“ Treppen aus Beton – eine Nachahmung von Holz -, auf kleine Terrassen, dann zu einem Wasserbecken und an einem kleinen Wasserlauf vorbei wieder hinauf in den Vorgarten der Villa, wo uns Christine Lara mit Eiscafé und Kuchen überraschte. Wir hatten auch noch Zeit, das Haus innen zu bestaunen, wo sie als Künstlerin arbeitet.

Dann ging es mit vielen Eindrücken zurück nach Bern. Trotz Hitze eine gelungene Mischung von 4 Gärten, die nicht unterschiedlicher sein könnten.

Maja Geitlinger

 




Nachlese: Abendführung durch den Überlandpark mit S. Krieger und D. Pelagatti, 18.06.2026

Nach dem spannenden Herbstvortrag der GSS im November 2025 war der Wunsch gross, den Überlandpark in Schwamendingen “live“ zu sehen, der im Mai 2025 offiziell eröffnet wurde.

Die Führung war – kaum ausgeschrieben – schon ausgebucht. Trotz grosser Hitze trafen sich gut 30 Teilnehmende, um den Ausführungen von S. Krieger und D. Pelagatti zu folgen. 20 Jahre dauerte die Planung und es gab mehrere Volksabstimmungen, die allesamt starke Zustimmung hatten. S. Krieger erläuterte den Aufbau der Anlage und erzählte von seiner Einbeziehung im Büro Krebs und Herde als Subplaner der Pflanzplanung, Pflanzbegleitung und Pflegebegleitung, die nun im letzten Jahr zu Ende ging. Alle Teilnehmenden waren der Ansicht, dass diese Betreuung noch weitergehen sollte. Letztes Jahr war relativ feucht und ideal zum Anwachsen der Pflanzen, dieses Jahr steht die Anlage unter Stress durch die extreme Trockenheit und bräuchte mehr Begleitung. Es wurde kein Bewässerungssystem installiert, aber Sensoren, die die Bodentrockenheit angeben, damit kurzfristig bewässert werden kann.

D. Pelagatti erzählte uns von der ökologischen Dimension, z.B. den Trockenmauern. Diese sind mit eigens entwickelten Betonelementen gestaltet, etwas gewöhnungsbedürftig, aber zum Gesamtkonzept passend. Die unregelmässigen Fugen wurden mit einem Lehm-Sandgemisch ausgespritzt und werden bereits von Tieren benutzt. Bereits wurden schon 200 verschiedene Tierarten gesichtet. Um die langfristige Entwicklung der Fauna zu beobachten, wird im Überlandpark ein wissenschaftliches Langzeit Monitoring durchgeführt. Dabei werden folgende Tiergruppen erfasst: Brutvögel, Reptilien, Amphibien, Tagfalter, Nachtfalter, Heuschrecken, Libellen, Wildbienen, Fledermäuse und andere Kleinsäuger. Um die Ansiedlung von Tieren aktiv zu fördern, gibt es eine grosse Vielfalt an Strukturen, wie Totholz, Steinhaufen, Sandflächen, Hecken, Nistkästen. letztere sind auch aus Holzbeton, auch hier moderner Wohnungsbau.

Die Bepflanzung ist gemischt – einheimisch und fremdes, jeweils dem extremen Standort angepasst, aber auch für botanisch weniger Interessierte spannend. Nur einheimische Pflanzen wären im Hochsommer verblüht und nicht mehr attraktiv. D. Pelagatti zeigt auf, dass es z.B. Wildbienen gibt, die Fremdes bevorzugen, auch wenn daneben Einheimisches blüht – er plädiert für „Vielfalt pflanzen, Vielfalt generieren“. Das gleiche gilt für Bäume und Sträucher.

Auf dem Dach der „Einhausung Schwamendingen“ mit schwierigen Standortfaktoren wie begrenzte Substrattiefe, Hitze, Wind und Trockenheit wurde ein Umfeld geschaffen, das sowohl einer grossen Pflanzen- und Tiervielfalt, als auch den Menschen behagt. In einer Höhe von gut 8 Metern entstand über einem der am stärksten befahrenen Autobahnabschnitte der Schweiz auf einer Länge von fast einem Kilometer ein etwa 30 Meter breiter neuer Freiraum, gesäumt von begrünten Wänden.

Einzig kleiner Wehmutstropfen,-  die Häuser der jahrelang lärmgeplagten Anwohner müssen nun Neubauten weichen.

 

23.06.2026, Maja Geitlinger




Nachlese: Besuch im Nebelwaldhaus im Botanischen Garten Basel, 28.02.2026

Früh im Jahr hatten unsere Mitglieder die Möglichkeit, das Nebelwaldhaus im Basler Botanischen Garten beim Spalentor zu besuchen. Die Führung übernahm Inayat Olmedo, ein Ecuadorianer, der seit 15 Jahren im Tropenhaus arbeitet und ein Orchideen Spezialist ist. Mit grossem Enthusiasmus und Freude zeigte er uns sein „Revier“. Das Nebelwaldhaus wurde 2023 realisiert als das Tropenhaus insgesamt umgebaut wurde und durch die Einnahmen der Titanwurz Veranstaltungen Geld zur Verfügung stand. Das Nebelwaldhaus ist einzigartig in Europa, denn dieses Gewächshaus braucht eigene Bedingungen. Seine Pflanzen wie Orchideen, Fuchsien, Bromelien, verschiedene Moose und Farne stammen aus Gebirgswäldern, die auf einer Höhe zwischen 1000 und 3000 m.ü.M. liegen. Es ist dort feucht, aber einiges kühler als in den Tropen. Es braucht also Sondereinrichtungen, damit diese Pflanzen gedeihen. Auch sind sie ohne Lokalkenntnisse schwer zu beschaffen und sie brauchen gärtnerische Sonderkenntnisse. I. Olmedo war wie geschaffen, diese Aufgabe zu übernehmen.

Zudem hatte der Botanische Garten der Universität Basel seit 2013 eine intensive Beziehung zu Ecuador und war dort unter anderem in den Aufbau eines Naturschutzgebietes involviert, das komplett in der Nebelwaldzone liegt. Das heisst, es bestehen Netzwerke, die erlauben, die speziellen Pflanzen überhaupt zu erhalten. 2021 hat der neu gegründete Verein „Dracula Reservat Ecuador“, die Aufgaben des Botanischen Gartens Basel übernommen. Dieser Verein kauft nun mit Spenden Parzelle für Parzelle Wald auf, damit er erhalten bleibt und nicht kurzfristigem Anbau zum Opfer fällt. Der Name „Dracula“ kommt von den dort ansässigen, speziellen Orchideen.

Nach der Führung wechselten wir ins nahgelegene Restaurant, wo uns Urs M. Fischer, im Vorstand des Vereins, einen weiteren Einblick in diese Region gab und auch in die Zusammenarbeit mit der lokalen Bevölkerung. Wer mehr darüber wissen möchte, kann sich im Internet unter www.reservadracula.org/verein informieren.




Nachlese: Herbstvortrag «Stadtgärten» von Severin Krieger, 08.11.2025

Im Rahmen der Herbstveranstaltung der Gesellschaft Schweizer Staudenfreunde (GSS) sprach am 8. November 2025 der Landschaftsarchitekt Severin Krieger über Stadtgärten als gestaltete, ökologische und atmosphärische Lebensräume. Krieger, Gründer der Grünklang GmbH in Winterthur und leidenschaftlicher Musiker, versteht Pflanzen – neben dem Wasser – als das atmosphärischste Element im Garten. Entsprechend denkt er seine Projekte wie Kompositionen: mit Rhythmus, Klang, Struktur und einem bewussten Spiel mit dem Wandel der Jahreszeiten.

Anhand zahlreicher Projekte zeigte er eindrücklich, wie urbane Gärten unter schwierigen Rahmenbedingungen entstehen können. Der Platten- und Staudengarten am Zürichsee, ursprünglich für die Schweizerische Gartenbau-Ausstellung 1959 realisiert, diente ebenso als Beispiel wie neuere Arbeiten auf stark überbauten Flächen, etwa auf Tiefgaragen oder in engen Stadträumen. Krieger machte deutlich, dass Standortfaktoren wie begrenzte Substrattiefe, Hitze, Wind und Trockenheit keine Hindernisse, sondern Ausgangspunkte für eine präzise, standortgerechte Gestaltung sind. Beispiele wie das Sulzer Areal in Winterthur, ein schmaler, schluchtartiger Stadtraum mit nur 40 cm Pflanzbreite, oder der Überlandpark verdeutlichen Kriegers Ansatz besonders eindrucksvoll. Enge Gassenräume mit Pflanzen zu bespielen, sei ein zentrales Zukunftsthema, so Krieger. Konzepte wie „Körper und Kleid“, unterschiedliche Vegetationsfluren (Gold-, Silber-, Purpurflur) sowie der gezielte Einsatz auch submediterraner Arten ergänzen dabei das Spektrum heimischer Vegetation.

Die ökologische Dimension wurde durch die spontanen Ausführungen von Dani Pelagatti weiter vertieft. Strukturen wie Totholz, Stein- und Sandbereiche, Trockenmauern und Hohlräume schaffen zusätzliche Lebensräume. Über 200 Nistkästen für verschiedene Vogelarten sowie spezielle Quartiere für Fledermäuse wurden in die Anlagen integriert. Das Resultat: Bereits im ersten Jahr wurden im noch nicht vollständig fertiggestellten Überlandpark 165 Tierarten nachgewiesen – darunter auch seltene und hochspezialisierte Arten. Pionierfluren, die nach wenigen Jahren bewusst wieder gestört werden, unterstreichen den dynamischen Charakter dieser Anlagen.

Daneben kam auch das gesellige Element nicht zu kurz. Der traditionelle Blumenzwiebelverkauf der Bieri Garten AG war erneut ein Highlight und konnte mit einer spannenden Auswahl an Arten und Sorten begeistern – für manche eine willkommene Gelegenheit, die im Vortrag gewonnenen Inspirationen direkt in die eigene Gartenpraxis mitzunehmen. Ebenso trugen die zahlreichen Kuchenspenden zu einer warmen, offenen Atmosphäre bei und versüssten das Beisammensein bei Kaffee oder Tee. Allen Spenderinnen und Spendern sei dafür herzlich gedankt.

Ein grosses Dankeschön gilt zudem der ZHAW in Wädenswil für ihre Gastfreundschaft und die Bereitstellung der Räumlichkeiten, die einen würdigen Rahmen für diesen gelungenen Anlass boten.

Der Vortrag von Severin Krieger machte deutlich, dass Stadtgärten weit mehr sind als dekorative Grünflächen. Sie sind Orte der Identität, der Biodiversität und der sozialen Begegnung – kleine, lebendige Zukunftsmodelle für eine Stadt, die als Lebensraum für Menschen, Pflanzen und Tiere zugleich verstanden wird.




Nachlese: ProSpecieRara Herbstmarkt, Burgrain, 31.08.2025

Dieses Jahr gab es einen neuen Ort für den Herbstmarkt von ProSpecieRara – nicht in Brüglingen bei Basel, sondern in Burgrain bei Alberswil im Luzernischen, und das wegen dem Japankäfer.                                                                                                                                                                       

Drei Vorstandsmitglieder waren gespannt, was sie da erwartete. Bei schönstem Wetter erlebten sie hier einen fröhlichen Familientag. Burgrain ist ein Biohof mit Restaurant und grossem, vorbildlich und üppig gefülltem Hofladen. Ebenso ist hier das Schweizerische Agrarmuseum untergebracht. Bereits seit mehr als zehn Jahren leben die Betreiber hier ihre Vision von Bioproduktion, fairem Handel, umweltgerechter Entwicklung und Innovation.

Der Herbstpflanzenmarkt war relativ klein mit acht Aussteller. Angeboten wurden vor allem Stauden, Gewürze, Beeren, Frucht- und Obstbäume. Der GSS Stand war direkt gegenüber dem Restaurant platziert und wurde deshalb recht fleissig besucht. Neben attraktiven Pflanzen der Gärtnerei Eulenhof fanden vor allem unsere Jahrbücher Interesse. Alles in allem ein gemütlicher Markttag mit interessierten und freundlichen Besuchern. Dieser Herbstmarkt ist sicher noch ausbaufähig und ist auf jeden Fall einen Besuch wert.

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03.09.2025 

Text: Maja Geitlinger / Martin Hagen

Bilder: Martin Hagen




Nachlese: 2-Tages Ausflug in die Region Zürcher Weinland, Oberland und Bodensee

27./28. Juni 2025 - Unser erster Halt war in Andelfingen im Schlosspark. Lukas Roggensinger, der Gärtner, informierte erst kurz über das Schloss, welches in heutiger Gestalt aus dem 18. Jhr. stammt. Der Schlosspark wurde 1817 angelegt und besteht heute dank einer privaten Spende. Bedingung war, dass der Park öffentlich zugänglich bleibt. Lukas Roggensinger pflegt ihn alleine. Er betreut unzählige exotische Kübelpflanzen, die Beete werden mit Wechselflor bestückt, wo es auch viele Seltenheiten gibt, ein Beispiel – eine kriechende Fuchsie. Die Pflanzen werden aus gesammelten Samen oder aus Stecklingen gezogen. Hauptattraktion ist aber der bestehende Baumbestand, zu dem er uns einige spannende Geschichten erzählte. Nach der Führung konnten wir noch alleine die wunderbar kühle Schlucht besuchen. An den Tuffsteinen erkannte man das extrem kalkhaltige Wasser hier.

Am Nachmittag wurden wir in Agasul von Dani Pelagatti in seinem naturnahen Garten empfangen.

Auf seiner Webseite schreibt er: „Die schier unendliche Vielfalt der Natur ist enorm faszinierend! Schon immer habe ich mich für alles, was kreucht und fleucht und grünt und blüht interessiert, und ich staune stets aufs Neue über die ausgeklügelte Vernetzung von Fauna und Flora und ihren Lebensräumen. Als Wissenschaftlicher Illustrator habe ich den Blick fürs Detail, ohne aber die Wirkung des grossen Ganzen aus den Augen zu verlieren, was auch in der Bewirtschaftung eines naturnahen Gartens von Vorteil ist. Hier bietet sich denn auch die Gelegenheit, den Wundern der Natur unmittelbar vor der Haustür zu begegnen, ökologische Zusammenhänge zu beobachten und zu verstehen.“ Ich zitiere das hier, weil ich es nicht besser zusammenfassen kann, was er uns in zwei Stunden sagen und zeigen wollte. Der Garten ist eine unbeschreibliche Vielfalt aus Wildblumen, aber auch allen Ländern. Wichtig für ihn ist – für jede Pflanze der richtige Standort punkto Boden, Feuchtigkeit und Klima. Er experimentiert auch auf Flächen mit sogenannten Platzhirschen, greift aber auch ein, wenn es zu viel wird. Er meinte, seine Lieblingsbeschäftigung sei jäten! Auch seine Haltung zu sogenannten invasiven Pflanzen ist klar. Dieses Problem hat erst nach dem 2. Weltkrieg begonnen. Der enorme Anstieg von Stickstoff durch Heizungen, Motoren etc. düngt ungewollt den Boden, was all diesen Pflanzen enorm entgegen kommt. Bekämpfung wird längerfristig schwierig werden, wichtig ist, wieder ein Gleichgewicht zu finden. Unglaublich interessant waren auch seine Ausführungen zur Insektenwelt. Neben diversen „Wildbienenhotels“ in allen Arten sind z.B. auch markhaltige aufgestellte Stengel wichtig für gewisse Arten. Leider ist in dieser Nachlese nicht möglich all sein Wissen weiterzugeben.

Ausklingen liessen wir den Tag in Gailingen am Rhein in einem sympathischen Hotel.

Etwas unglücklich startete der nächste Tag in der Syringa Kräutergärtnerin, die uns andrentags erwartete. So erkundeten wir sie auf eigene Art, genossen einen kleinen Imbiss im Schatten, bevor wir eine Kurzführung hatten vor allem in der Scheune zur Samengewinnung und im Aufbewahrungsraum. In den diversen Gewächshäusern war es einfach zu heiss.

Am Nachmittag wurden wir dann im Hermann Hesse Garten in Gaienhofen am Bodensee empfangen. Auch dieses eine Highlight. Im Schatten des ursprünglich von Hermann Hesse gepflanzten Kastanienbaums und mit einem kühlen Getränk versehen erzählte uns Frau Eberwein die Geschichte von Haus und Garten in ungemein ansprechender Art. Wir konnten förmlich die Entstehung miterleben. Der Garten ist allein H. Hesses Werk, und es begann 1907. Er hatte genaue Vorstellungen, wie er jede Jahreszeit sehen wollte mit Unmengen von Blumenwiebeln und Pflanzen, die er immer wieder im Keller lagerte, bis sie an Ort und Stelle kamen. Doch schon nach 5 Jahren, als alles so war, wie er wollte, zog es ihn wieder fort. Das Haus mit Garten ging durch verschiedene Hände, bis es vernachlässigt und von Dschungel umgeben 2003 von Eva Eberwein übernommen wurde, die  an Hand von Briefen, Schriften und alten Gärtnern, die sich noch erinnerten, alles in unendlicher Geduld zu neuem Leben erweckte. Ganz wichtig dabei war eine Gartenskizze, die einem Brief an seinen Vater beilag. Danach wurde der Garten „zurückgebaut“, und immer noch gibt es Bäume und Pflanzen aus H. Hesses Zeit, aber nicht nur. Wie überall – Gärten unterliegen dem Wandel.

 

Maja Geitlinger




Nachlese: Sundgau Exkursion mit Peter Schlachter, Flückiger Gartenbau in Allschwil

17. Mai 2025 - Bei besten Wetterbedingungen trafen sich die Interessierten im Patio Garten von Peter Schlachter im schönen Riegelbautendorf in Allschwil. Er und seine Frau Dunja übernahmen den Betrieb vor 33 Jahren von Flückiger Gartenbau. 10 Jahre war Bedingung, den Namen zu behalten, und danach ergab es für sie keinen Sinn mehr den bekannten Namen zu ändern.

Als eidg.dipl. Gärtnermeister machte er mit seinem Sohn zusammen die Ausbildung zum Fachmann für naturnahen Garten- und Landschaftsbau (NGL). Sein Betrieb ist biozertifiziert und ein Bioterra Fachbetrieb.

Nach dieser kurzen Einführung wanderten wir durch’s romantische Lützeltäli zum Naturgarten in der sundgauischen Hügellandschaft direkt an der französischen Grenze. Der Garten wurde vor vier Jahren angelegt und zeigte sich uns mit einer blühenden Blumenwiese von der schönsten Seite.

Peter Schlachter betonte dazu, dass es nicht damit getan ist, den Boden abzumagern und Samen zu säen. Wichtig ist, dass der Samen von hiesigen Pflanzen stammt. Eine Karthäusernelke vom Jura ist nicht das Gleiche wie eine aus dem Tessin.

Neben der Blumenwiese hat es einen Trockenstandort mit Kies und Platten, alles Material von der Gegend. Die aufgebaute Trockenmauer wurde vom Sohn gebaut, eine Diplomarbeit während der Ausbildung. Auf diesem Stück wird auch experimentiert. Z.B. sieht man Färberginster vom Jura neben einem gezüchteten aus einer Gärtnerei – ein grosser Unterschied, der erstere üppig blühend aber feiner, der andere ein kleiner, dichter Busch - gar nicht ähnlich. Dazwischen hat es z.B. auch die Nesselblättrige Glockenblume, die aber hier „Hunger“ hat, wie es Peter Schlachter ausdrückt.

Das ganze Areal ist von einer Naturhecke umgeben, wunderbar blühend jetzt mit Heckenrosen. Diese muss breit sein, dass sich Tiere darin wohlfühlen. Darin hat es auch Schnittgut vom letzten Herbst. Ein Paradies für Vögel. Er beobachtet Goldammern, Gartenrotschwanz, Zaunkönig. Spannend sei auch eine Beobachtung gewesen, wie ein Buchfink sich versteckte und der herab schiessende Sperber keine Chance hatte.

Folgt man den kleinen Weg abwärts sieht man einen Feuchtgraben, der in zwei kleinen Weihern mündet. Ein Highlight für Peter Schlachter hier war das Beobachten einer Ringelnatter.

Dann kommt der Waldgarten mit zwei riesigen Hainbuchen, die schon lange auf dem Areal stehen. Unglaublich der Temperaturunterschied darunter, eine grüne Oase mit Bank, wo mit diversen schattenliebenden Pflanzen experimentiert wird. Auch ein Ort zum Vögel wie Kleiber und Baumläufer zu beobachten.

Der Garten wird nicht bewässert, Ausnahme war das erste Jahr, als auf dem Trockenplatz die Pflanzen neu gesetzt waren.

Zurück beim Trockenplatz gab es eine Erfrischung, bevor der Weg wieder hinab nach Allschwil führte.

Dort genossen wir noch den kleinen Patio Garten im regen Austausch und einem Apero.

 

21. Mai 2025, Maja Geitlinger




Nachlese: Spezialitätenmarkt ZHAW Wädenswil

10. Mai 2025 - Der Spezialitätenmarkt in Wädenswil ist DER Treffpunkt für Pflanzenliebhaberinnen und Gartenfreunde. An über 30 Marktständen bietet er eine einzigartige Auswahl an erhaltenswerten Kulturpflanzen, altbewährten Sorten, exklusive Neuheiten und Pflanzenraritäten.

Auch die GSS war – wie jedes Jahr – mit einem Stand vor Ort. Nebst dem Verkauf von Pflanzen von der Gärtnerei Blattgrün und von Christoph Rhyner, einem Vorstandsmitglied, versuchten wir zusätzlich, den Interessierten die Gesellschaft der Schweizer Staudenfreunde näher zu bringen. Da gab es manch interessantes Gespräch, von dem wir hoffen, die eine oder den andern als neues Mitglied willkommen heissen zu dürfen.




Nachlese: Mehr als grün: Ein Ausflug in die scheinbar unscheinbare Welt der Moose

22. März 2025 - Zwanzig interessierte Mitglieder trafen sich im Botanischen Garten Zürich zu dieser Führung.

Ann-Michelle Hartwig, die diesen Nachmittag gestaltete, ist Landschaftsökologin und arbeitet seit 2022 am Nationalen Daten- und Informationszentrum der Schweizer Moose ‘Swissbryophytes’ an der Universität Zürich, sowie seit 2023 für den Bereich ‘Moos’ des Ökobüros Forschungsstelle für Umweltbeobachtung. Unterstützt wurde sie von Niklaus Müller, tätig in der Begleitkommission der Swissbriophytes.

Nach kurzer Einführung und Lupenverteilung besuchten wir im Garten 4 verschiedene Standorte.

Ein Findling – wie bitte, da soll es 6 verschiedene Moose haben? Ein erstes Staunen. In der Schweiz gibt es fast 1200 verschiedene Moose. Sie suchen sich konkurrenzschwache Standorte wie Felsen, Borken, dunklere und feuchte Standorte. Die Zellwand der Moose besteht aus Zellulose ohne Lignin, d.h. Verholzungsmöglichkeit, darum können sie auch nicht in die Höhe wachsen.

In Trockenperioden können sie sich z.B. mit Glashaaren gegen Sonneneinstrahlung schützen, darum erscheinen sie dann weisslich, oder sie fallen in einen Ruhezustand und warten ab, eindrücklich demonstriert mit einem Wassersprüher. Auch haben einige Moose die Fähigkeit, Wasser in ihren toten Zellen zu speichern, um besser zu überleben.

Der 2. Standort - ein alter Baum. Moosbefall an Bäumen schädigt den Baum nicht. Die Moose profitieren lediglich vom am Stamm herab fliessenden Wasser. Es gibt 3 Gruppen – Laubmoose, Lebermoose und Hornmoose. Letztere sind selten in der Schweiz. Die Verbreitung der Moose erfolgt über Sporen und Wind. Sie sind aber nicht verwandt mit Farnen sondern bedeutend älter als diese.

Der 3. Standort war vor dem Tropenhaus zwischen den Steinplatten. Hier fühlt sich das Lebermoos wohl, eine der ältesten Moosarten. Moose gibt es seit mehr als 400 Millionen Jahren. Der deutsche Name Lebermoos geht auf die Form der „Blättchen“ zurück.

Gibt es invasive Moose? Ja, das Kaktusmoos macht Sorgen. Es stammt aus dem Süden und verbreitet sich seit den 1980iger Jahren stark, es ist aber noch zu wenig untersucht, um wirklich sagen zu können, was für Probleme macht.

Der 4. Standort war am Teichrand, wo ein kleines Stück Hochmoor gestaltet wurde. Dort gedeiht das Torfmoos, welches wie ein Schwamm viel Wasser speichern kann. Hier wurde auch betont, wie wichtig es ist, diese Moore zu schützen, sei es als Hochwasserschutz, als Feuchtigkeitsspender in Trockenzeiten und vor allem als CO2 Speicher.

Im 2. Teil der Führung wechselten wir in einen Hörsaal. Dort hatten wir die Gelegenheit an 20 Mikroskopen 20 verschiedene Moose zu betrachten. Was für eine Zauberwelt! Wir waren uns einig, auch wenn wir die ca. 1200 Arten nicht unterscheiden können, wir werden Moose in Zukunft mit andern Augen betrachten.

Der Nachmittag war ungemein bereichernd, und da bereits Interessent/Innen auf der Warteliste stehen, werden wir diesen Anlass vermutlich im Oktober wiederholen.

Mitte Mai wird im Haupt Verlag das Buch „Moose der Schweiz“ erscheinen. Es kostet um die Fr. 45.-.

Weitere Informationen siehe unter www.swissbryophytes.ch

März 2025 - Maja Geitlinger




Die Ersten können auch die Letzten sein...

Oft sind Besucher oder über den Gartenhag schauende Spaziergänger sehr erstaunt, dass da nun im Herbst Frühlingblüher zu sehen sind! Nein, das ist nicht der definitive Beweis für den (allen Zweifelern zum Trotz spürbaren) Klimawandel.

Viele der bekannten Frühlingsblüher, vor allen bei den Zwiebelpflanzen, haben im Herbst oder frühen Winter blühende Verwandte, wie das in Herbst noch blätterlos blühende Schneegöckchen Galanthus regina olgae oder das G. elwesii 'Barns', die treuen Herbstkrokusse oder dann die herbstblühenden Zyclamen mit den wunderschönen Blattzeichnungen Cyclamen hederifolium.

 




Saisonaler Farbzauber

Im Herbst ist doch erstaunlich, dass es eigentlich für Farben im Garten gar nicht mehr viele Blüten braucht – jetzt übernehmen die leuchtenden Blattfarben. Das kommt zustande, weil die Gehölze oder Stauden das Chlorophyll und andere wertvolle Stoffe zurückziehen und im Holz, den Rhizomen oder Wurzeln einlagern, damit es in der nächsten Wachstumsphase wieder verwendet werden kann. Recycling ist eben eine Erfindung der Natur! Was in den Blättern bleibt und so bunt leuchtet sind die roten bis blauen Anthozyane und die gelben Carotide.

Aber um sich verzaubern zu lassen braucht es keine wissenschaftlich Abhandlung, Hinschauen und Staunen genügt.




Kommen Sie auch zum Herbst-Highlight der GSS nach Wädenswil? Der Vortrag von Fine Molz am 9. November!

Die GSS lädt alle Interessierten – explizit auch Nicht-Mitglieder –  zum Vortrag von Fine Molz (Die Staudengärtnerei, Rödelsee) ein.

Unter dem Titel "Packed mer's aa" erzählt Fine Molz von ihren und Till Hofmanns Erfahrungen in Rödelsee und in Kundengärten, wie sie versuchen, mit den aktuellen klimatischen Herausforderungen lebendige Pflanzenbilder mit dafür geeigneten Pflanzen zu schaffen. Was bringt das Mulchen, mit welchem Material, was ist die geeignete Pflanzenauswahl bei Wechselfeuchte, Trockenstress etc. ?
Also: Packen wir unsere grüne Zukunft dank Fine und Till's Staudenwissen mit Zuversicht an!

Alles Weitere bei den Veranstaltungen...




Samentausch: Machen Sie auch mit!

Im September oder Oktober ist die perfekte Zeit, um durch Ihren Garten zu schlendern und zu schauen, welche Pflanzen Samen angesetzt haben. Eventuell gibt es von einigen so viele, dass diese gepflückt, getrocknet und für die Samenbörse 2024/2025 an die GSS eingeschickt werden können? Möglichst vielfältige Sameneinsendungen machen die Sortenliste noch attraktiver.

Daher bitten wir Sie, jetzt Ihre Samen von Stauden, Gehölzen oder einjährigen Pflanzen zu sammeln. Wir nehmen gerne Raritäten entgegen, freuen uns aber auch über wohlbekannte Arten. Auch kleine Mengen sind willkommen. Ideal ist eine Saatmenge für mindestens zwei bis fünf Portionen. Putzen Sie die Samen und verpacken Sie sie dicht in Tüten, Couverts oder dergleichen. Beschriften Sie sie folgendermassen:

  • Lateinischer und deutscher Name
  • Höhenangabe
  • Blütenfarbe
  • mit Vermerk Absaat, falls es sich um Sorten handelt und Sie nicht sicher sind, ob die Nachkommen sortenecht fallen.

Bitte senden Sie die Samen bis zum 30. November an: Martin Fischer, Sihlweidstrasse 1, 8041 Zürich

 

Ich erstelle danach eine Liste mit den Pflanzensamen, die im Dezember 2024 an alle GSS-Mitglieder verschickt wird.

Vielen Dank und herzliche Grüsse, Martin Fischer




GSS- Reise in die Trockenregion Würzburg

Eines der diesjährigen GSS-Highlight war die von Maja Coletti organisierte Gartenreise in die Regio Würzburg. Neben topaktuellen Themen wie einer Prärie und einer Staudenwiese, überzeugte der Besuch in SAM-Garten – neben wunderschöner Gestaltung ein Exkurs in Gartengeschichte – und vor allem der Besuch in Die Staudengärtnerei in Rödelsee von Fine Molz und Till Hofmann mit riesigem und absolut besuchemswerten Schaugartenteil.

In allen Gärten konnten wir in Sachen Pflanzenverwendung einen Blick in die Zukunft tun, weil dort schon heute sehr trockene Verhältnisse herrschen und dies bei lehmigen Böden. So könnte in ein paar Jahren auch bei uns das Klima werden, was bei unseren meist schweren Böden gelungene Pflanzungen erschweren dürfte. Und beim Besuch in Rödelsee konnten wir uns zudem schon vorfreuen auf den Vortrag von Fine am 9. November 2024 in Wädenswil, für den sie den Titel Packed mer's aa! gewählt hat und in dem es genau um diese Schwierigkeiten (und passende Lösungen!) geht.

Bequem lesen können Sie diesen Artikel übrigens in unserer Mitglieder-Zeitschrift Vivace...

 




Späte Blüten-Freuden

Wenn man an üppig blühenden Gärten denkt, kommen einem doch meist die überbordenden Prachtrabatten im Mai oder Juni in den Sinn. Jedoch hat auch der frühe Herbst sein Reiz: So vieles ist noch am Blühen!

Tatsächlich ist gerade im Staudengarten im September nochmals Hochsaison. Neben den bekannten Arten wie Dahlien, Rudbeckien, Astern, Fetthennen, späten Hortensien oder Herbstanemonen erfreuen uns auch die späten Blüten von Rosen oder die weniger gut bekannten von Herbsteisenhut, gefüllter Herbstzeitlose, Saxifraga, Vernonia oder Lespedezia.

 

 




Ein Besuch ein St. Galler Rheintal

Privatgarten Rhyner

Bei noch hochsommerlichen Temperaturen besuchten wir an einem Samstagnachmittag im August den Privatgarten von Christoph Rhyner, unserem neuen Vorstandsmitglied. Der Garten liegt in Grabs im St. Galler Rheintal, mit grandioser Sicht auf die umliegenden Berge.
Christoph, seine Frau Sara und seine Schwiegereltern teilen sich das Haus, das schon von Saras Urgrosseltern bewohnt wurde, und den Garten drum herum. Hier wohnten seit eh und je Gartenliebhaber, und es gibt heute noch Pflanzen aus der Gründerzeit, wie z.B. resiliente Tulpen, die alle Umgrabungen überstanden haben.

Wir begannen den Rundgang im Teil der Schwiegereltern, mit dem Gemüse- und Obstgarten. Momentan wird dort jede Traube vor gefrässigen Eindringlingen in einem Beutel geschützt… Bald stiessen wir auf sogenannte «Problem-pflanzen», die im Moment in aller Munde sind, wie etwa Kirschlorbeer oder Hanfpalme. Gemäss Christoph haben diese Pflanzen in seinem Garten aber durchaus eine Daseinsberechtigung, solange sie gut gemanagt werden und sich nicht unkontrolliert vermehren. So werden die Beeren beider Pflanzen frühzeitig entfernt.
Der Rundgang im Rhyner'schen Garten zeigt viele Exoten. Christoph experimentiert gerne mit ihnen und testet, was sich ausgepflanzt behauptet und bewährt. Dafür ist das milde Klima im St. Galler Rheintal bestens geeignet. Es gibt Calla, Agapanthus, Eukalyptus, Bitterorange, Baummohn, Passionsblumen und sogar eine Kaper! Aber der Garten ist nicht «bloss» exotisch: Dazwischen wächst auch Einheimisches – alles was sich wohlfühlt, Insekten und Vögeln Nahrung bietet und ohne zusätzliche Bewässerung überlebt.
Nach dem Gartenrundgang kam der gemütliche Teil mit Getränken, Kuchen, vielen Fragen an den Gastgeber und – ganz wichtig – der Möglichkeit, selber Stecklinge schneiden zu dürfen.
Alles in allem ein toller Nachmittag!

TEXT UND FOTOS MAJA GEITLINGER